1000 Unterschriften für die Schulsozialarbeit
„Hildesheimer Erklärung“ findet breite Unterstützung unter Fachkräften und Expertinnen der Schulsozialarbeit
Hildesheim, 30.06.2026.
Zum Abschluss des Bundeskongresses Schulsozialarbeit wurde im März dieses Jahres die „Hildesheimer Erklärung“ verabschiedet. Über 1000 Personen – insbesondere Fachkräfte der Schulsozialarbeit, Wissenschaftler:innen, aber auch Lehrkräfte und Verantwortliche aus der Verwaltung – haben die Erklärung gezeichnet und machen damit grundlegende Bedarfe für die Ausgestaltung der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen an unseren Schulen sichtbar. In ihr fordern die Teilnehmenden, Schulsozialarbeit als professionelles, nachhaltiges und zukunftsorientiertes Angebot für alle jungen Menschen strukturell und dauerhaft abzusichern. Vor dem Hintergrund wachsender gesellschaftlicher Herausforderungen, steigender Anforderungen im schulischen Alltag sowie anhaltendem Fachkräftemangel wird eine verlässliche Finanzierungs- und Kooperationsstrukturen von Bund, Ländern und Kommunen als notwendig erachtet. Die Erklärung betont die Notwendigkeit, Schulsozialarbeit im Sinne des §13a SGB VIII rechtlich und strukturell weiter zu verankern. Dazu zählen insbesondere entsprechende Ausführungsgesetze auf Länderebene sowie die Aufnahme der Schulsozialarbeit in die Schulgesetze der Länder. Aus fachlicher Sicht wird ein Personalschlüssel von einer Vollzeitstelle pro 150 junge Menschen als notwendig erachtet; mindestens eine unbefristete Vollzeitstelle Schulsozialarbeit pro Schule wird als grundlegender Standard gefordert. Darüber hinaus sprechen sich die Unterzeichnenden für bundesweit abgestimmte Qualitätsstandards, tariflich gesicherte und der Qualifikation angemessene Arbeitsbedingungen sowie ausreichende Ressourcen für Planung, Qualitätssicherung und fachliche Begleitung aus. Die Schulsozialarbeit wird dabei ausdrücklich als Expertin für Netzwerkarbeit und Sozialraumorientierung verstanden, die zur strukturellen Öffnung von Schule in den Sozialraum beiträgt und interprofessionelle Zusammenarbeit nachhaltig stärkt. Mit der „Hildesheimer Erklärung“ formuliert der Bundeskongress zentrale fachpolitische Anforderungen für die zukünftige Ausgestaltung der Schulsozialarbeit in Deutschland. Ziel ist es, Kontinuität, Verlässlichkeit und Qualität der Angebote langfristig sicherzustellen und damit einen wirksamen Beitrag zu mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit zu leisten.
Kontakt für Rückfragen:
Kooperationsverbund Schulsozialarbeit
V.i.S.d.P. Prof. Dr. Nicole Pötter, Hochschule München
nicole.poetter@hm.edu
017661702506

